"Der Kunde ist König": Freie Ladenöffnungszeiten im Kanton Zürich

Darum geht die Debatte


Die FDP Kanton Zürich sammelt seit einigen Wochen Unterschriften für ihre kantonale Volksinitiative „Der Kunde ist König“ für die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten im Kanton Zürich. Freie Ladenöffnungszeiten seien ein Komfortgewinn für Kunden und Mitarbeiter, sind die Initianten der Partei überzeugt. Zudem würden sie das Sicherheitsgefühl in den Einkaufsstrassen erhöhen, die sonst abends und am Wochenende ausgestorben seien.

(Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Ladenoeffnungszeiten-sollen-liberalisiert-werden/story/19705635/print.html)

Was meinen Sie zu dieser Volksinitiative? Sollen LadenbesitzerInnen selber entscheiden wann und wie lang sie offen haben?

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Nach Ansicht der Richter in Lausanne kann die Mehrheit der Bevölkerung auf Einkäufe nachts zwischen ein und fünf Uhr verzichten, ohne dies als grossen Mangel zu empfinden.

Mit seinem Entscheid hat das Bundesgericht die Beschwerde von drei BP-Tankstellen abgewiesen. Insgesamt führen sieben Tankstellen von BP, Shell und Esso im Raum Zürich, Winterthur und beim Flughafen seit über zehn Jahren ihre Shops im 24-Stunden-Betrieb, was von den Behörden lange toleriert wurde.

Zulässig ist laut dem Urteil aus Lausanne auch weiterhin die durchgehende Öffnung der Tankstellen selber sowie der angegliederten Bistro-Betriebe.

In seinem Entscheid hält das Gericht fest, dass Nachtarbeit nur erlaubt werden kann, wenn sie «unentbehrlich» ist. Das sei bei Tankstellenshops nicht der Fall.

Was meinen Sie zur Bundesgerichtsentscheidung?

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Aus-fuer-24StundenTankstellenshops-Widerspricht-dem-Menschenverstand/story/15482021

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In meinem Beitrag "Ladenschliessungszeiten anstelle von Ladenöffnungszeiten" (http://oeffnungszeiten-bern.politnetz.ch/?page=1#beitrag5242) tendiere ich in die gleiche Richtung. Ich kann den BG-Entscheid in diesem Sinne nachvollziehen. Das BG geht mit den Ladenschliessungszeiten sogar noch weiter als meine Vorstellung (geschlossen von 24:00 - 06:00 Uhr), womit es der Bevölkerung nur noch 4 Stunden nicht möglich wäre einzukaufen.

Das einzelne Tankstellen und dazu gehörende Bistros 24-Stunden-Betrieb führen können ist angebracht, da diverse "Nachtaktive" (Taxifahrer, Polizei und Notfallfahrzeuge, Schicht-Heimkehrer, etc.) auf diese Dienste angewiesen sein können. Der Detailwareneinkauf mitten in der Nacht ist aber nicht notwendig.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP vor 1 Tag Verstoss melden
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Eine vollständige Liberalisierung kann eigentlich nur Vorteile bringen:

Es werden nicht plötzlich alle Läden am Wochenende und die Nacht hindurch geöffnet sein, weil sich das gar nicht lohnt. Es wird vielmehr so sein, dass es einige wenige Läden geben wird, welche rund um die Uhr öffnen, um spezielle Kundschaft zu bedienen, die darauf angewiesen ist, z.B. Polizei oder Rettungssanitäter mit Nachtschicht.

Auf der anderen Seite werden Läden ihre Öffnungszeiten nicht ausdehnen, wenn sich das nicht lohnt. Es wird eine Verschiebung hin zu kundenfreundlicheren Öffnungszeiten geben.

Zwar kann man nicht mehr ausgeben, als man verdient aber mancher Franken wird eben gar nicht ausgegeben, oder für eine zeitunabhängige Bestellung im Internet, wenn der Laden zum falschen Zeitpunkt geschlossen ist. Es könnte daher durchaus auch zu absoluten Mehreinnahmen des Handels führen.

Auf der anderen Seite sollte man sich flankierende Massnahmen überlegen, um den Ansprüchen der Arbeitnehmer gerecht zu werden, wenn man nicht riskieren will, dass diese durch die Liberalisierung verlieren. Bereits heute wird Nacht- und Sonntagsarbeit besser vergütet, auch die Arbeitnehmer können daher profitieren. Es gibt bereits Limiten für die Dauer eines Arbeitseinsatzes und Vorschriften für Freitage. Ausgedehnte Ladenöffnungszeiten ermöglichen unter Umständen auch Personen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, die zu den normalen Zeiten nicht einsetzbar wären. Wichtig ist allerdings, dass die Arbeitgeber auf die Umstände ihrer Angestellten Rücksicht nehmen und die Arbeitnehmer bei der Planung der Arbeitseinsätze mitbestimmen können.

Ich bin der Meinung, die Vorteile überwiegen. Man sollte die Liberalisierung einführen, diese aber gut beobachten und einschreiten, wenn es zu sehr zu Ungunsten der Arbeitnehmer geht. Solche Beschränkungen sollte man aber nach Bedarf einführen und nicht bereits präventiv im Voraus.
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Die Liberalisierung ist sicher richtig. Wie der Vorredner richtig sagt: Es braucht Massnahmen, um die Arbeitnehmer zu schützen. Darüber hinaus sollten aber auch die kleinen Läden davon profitieren können, bzw. vor den Grossen geschützt werden. Anders gesagt: Die Liberalisierung darf nicht an die grossen Discounter verschenkt werden.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP vor etwa 19 Stunden Verstoss melden
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Nun ist es soweit. Die Motion für längere Ladenöffnungszeiten wurde vom Kantonsrat SG angenommen.

Mit dieser Liberalisierung dürfen jene, die wollen, weiterhin einmal pro Woche einen Abendverkauf bis 21:00 Uhr durchführen und am Samstag bleibt es beim Ladenschluss 17:00 Uhr, statt wie vorgesehen 18:00 Uhr.

Die Änderung betrifft die Öffnungszeiten bis 20:00 Uhr für die Wochentage.

Es hat sich nun im nachhinein herausgestellt, dass nicht nur die Gewerkschaften und Kirchenvertreter gegen längere Öffnungszeiten sind, sondern auch viele von uns „Gewerblern“.

Vor der 2. Lesung im Februar wird nun doch noch eine Umfrage unter den einzelnen Gewerbevereinen gestartet. Da ein Grossteil der Gewerbevereinsmitglieder keinen Einzelhandel treibt und sich deshalb nicht für die Öffnungszeiten interessiert, finden wir es wichtig, Ihnen die Nachteile der längeren Landenöffnungszeiten aufzuzeigen. Damit Sie sich bei der „Umfrage Ladenöffnungszeiten“ von der Geschäftsstelle GEWERBE ST. GALLEN gegen die Ausweitung der Bandbreite der Öffnungszeiten aussprechen.

Nachteile und Gefahren:

1. Gefährdung der Innenstädte und Dorfkerne sowie der ausgewogenen Branchenstruktur: Die ausgedehnten Öffnungszeiten gehen zu Gunsten von grossflächigen Betriebstypen mit niedrigem Beratungsaufwand. (Grossverteiler & Discounter)

2. Kostenexplosion für Mittelständische-, Klein- und Familienbetriebe: Längere Öffnungszeiten führen für diese Betriebsgattungen mit hohem Beratungsaufwand zu spürbar höheren Kosten, bei von uns erwarteten gleichbleibenden Umsätzen. Arbeitszeiten zu unattraktiven Zeiten müssen zu teuer bezahlt werden oder die Arbeitgeber finden kein genug qualifiziertes Personal. Dies haben Erfahrungen an verschiedenen Orten wie der Bahnhofstrasse in Zürich gezeigt, wo die Fachgeschäfte wieder um spätestens 19:00 Uhr schliessen.

3. Kaum individueller Spielraum für die Öffnungszeiten für mittelständische Detailhändler, da bei Nichtbeteiligung ein Verlust von Umsatz- und Marktanteilen droht. Zudem müssen sich die Kleinbetriebe in Einkaufszentren an deren Öffnungszeiten halten, die vom Management vorgegeben werden.

4. Zusätzliche Belastung für Inhabergeführte Betriebe und deren Familienangehörigen sowie des Personals. Eine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten ist familien- und gesellschaftsfeindlich. Die Unternehmer und deren Familien unterliegen einem wettbewerbsdedingten Zwang zur Selbstausbeutung. Für das Personal und die Inhaber wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwert.

5. Gefahr des Verlusts von Arbeits- und Ausbildungsplätzen durch eine rascheren Konzentrationsprozess: Im Kleingewerbe ist die Personalintensität fast 9 mal höher als bei Discountern und Selbstbedienungsgeschäften.

6. Unübersichtliche Öffnungszeiten: Anbieter und Nachfrager brauchen klare Regelungen der Öffnungszeiten, damit sich die Kunden orientieren können. Es muss verhindert werden, dass man von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedliche Öffnungszeiten hat und somit der Einkaufstourismus gefördert wird. Mit den alten Öffnungszeiten war genügen Spielraum gegeben.

Fazit: Die Ausweitung der Öffnungszeiten bringt gesamtwirtschaftlich nichts. Der Konsument hat trotz längeren Öffnungszeiten kein grösseres Budget. Es entstehen keine neuen Arbeitsplätze, weil die schlecht frequentierten Randzeiten mit einem Minimum an Personal besetzt werden, da sich diese Zeiten für die Arbeitgeber nicht rechnen. Kleinst- und Mittelbetriebe können kein zusätzliches Personal einstellen, da sich kein genügender Umsatzanstieg generieren lässt. Somit müssen hauptsächlich die Inhaber mehr unbezahlte Stunden leisten sowie das Personal mit unattraktiven Zeiteneinteilungen leben.

Aus diesen Gründen bringen die längeren Öffnungszeiten gar nichts für den Detailhandel. Im Gegenteil, es führ zur Versteppung der Dorfkerne und zur übermässigen Stärkung der Einkaufszentren auf der „grünen“ Wiese!

Wir bitten Sie zu beachten, dass kaum ein Grossverteiler oder Discounter dem Gewerbe St. Gallen angeschlossen ist. Nur diese werden aber von der Annahme der Motion profitieren!

Wir bitten Sie, all diese Punkte für Ihren Entscheid bei der „Umfrage Ladenöffnungszeiten“ der Geschäftsstelle Gewerbe St. Gallen zu beachten.

Mit freundlichen Grüssen
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Wenn ich Sie richtig verstehe, muss man die Öffnungszeiten schweizweit einheitlich regulieren und am besten die Dauer der Öffnungszeiten halbieren, um die Tante-Emma-Läden zu retten.
Sosi aus Zürich 26. Dezember 2009 Verstoss melden
@Sosi
Da ich direkt betroffen bin und sogar war, mit Öffnungszeiten bis 21:00 Uhr in ZH....die Läder waren leer, d.h. ab ca. 19:00 Uhr wurde praktisch kein Umsatz mehr generiert, dass zeigt mir, dass das Bedürfnis für längere Öffnungszeiten gar nicht vorhanden ist.
Hans Jung 26. Dezember 2009 Verstoss melden
@Hans Jung
Die Läden in ZH sind meiner Erfahrung nach meist sehr gut besucht, wenn in Bern bereits eine Stunde vorher schon alles zu ist.

Aber, selbst wenn die Läden leer wären, wäre das kein Grund den Läden vorzuschreiben, wann sie geöffnet haben dürfen und wann nicht.
Wenn die Läden leer sind und nicht rendieren, werden sie von alleine auf die Idee kommen, dass es sich nicht lohnt so lange geöffnet zu haben. Und wenn es sich lohnt, weil die Nachfrage anscheinend doch vorhanden ist, soll es ihnen erlaubt sein, selber zu entscheiden.
Nathan W 26. Dezember 2009 Verstoss melden
Hallo Nathan
Ich denke, dass man nicht alles liberalisieren darf, obwohl ich eine sehr liberale gesinnung habe. denken sie einmal an das verkaufspersonal! (werfen sie einen blick auf facebook) längere öffnungszeiten geben keinen rappen mehr umsatz, dass hat sich bewiesen.
sie sagen in ZH seinen die geschäfte gut besucht, auch abends. bitte nennen sie mir die geschäfte oder branchen bei denen die kunden an der kasse warten müssen!
bendenken sie, es werden vor allem läden im foodbereich offen halten. die gehälter werden sinken. ich will keine verhältnisse wie in den usa oder england wo die leute 2 oder 3 jobs machen müssen um zu überleben. wer will schon bis 20 uhr oder 22 uhr shoppen wenn er alles schon zwischen 17 und 19 uhr erledigen kann oder sogar am abendverkauf oder den ganzen samstag. ich garantiere ihnen, dass sich die öffnungszeiten nicht regulieren werden, da z.b. die geschäfte im foodbereich normal erst ab 19:00 aufräume, könnten diese während dem abräumen einfach eine kasse offen behalten, andere branchen stehen sich die füsse in den bauch.
falls der foodbereich nicht schon früher als vor ladenschluss abräumt, wird das personal noch viel längere arbeitszeiten haben. leider ist es im detailhandel nicht wie im büro ,PC aus und raus, da gibt es noch nach offiziellem ladenschuss viel zu tun, evtl. wussten sie das nicht. zusätzlich müsste dann der detailhandel die löhne für nachtarbeit erhöhen, was auch nicht getan wird, oder getan werden kann, da es anscheinend nicht drin liegt.
Hans Jung 28. Dezember 2009 Verstoss melden
@nathan
selbst entscheiden können die geschäfte im einkaufszentrum nicht! da werden die öffnungszeiten von den grossverteilern bestimmt.
Hans Jung 28. Dezember 2009 Verstoss melden
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Nur grosse Warenhäuser oder Ketten können und wollen eine solche Kapazität, die sich aus einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ergibt, ausschöpfen. Nur sie profitieren in der Folge von Nachfrageverschiebungen. Kleinere Geschäfte, die diese Möglichkeit nicht in Anspruch nehmen können, werden aus dem Markt verdrängt.

Ob die Unternehmen von einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten profitieren können, hängt in erster Linie davon ab, ob die Kostensteigerungen durch die Erhöhung der Personal- und Betriebskosten an anderer Stelle eingespart oder durch eine Erhöhung des Umsatzes kompensiert werden können. Wo, wenn nicht beim Personal oder bei den Produzenten sollte gespart werden können? Gemäss der Seco Studie über die Volkswirtschaftlichen Auswirkungen flexibler Ladenöffnungszeiten ist nur mit einer schwachen Umsatzsteigerung zu rechnen.

Was viele Konsument-/innen nicht wissen ist, dass die Läden im Raum Zürich bereits heute bis 23Uhr öffnen können. Bei einer Total-Liberalisierung muss man allfällige Preiserhöhungen ins Auge fassen. Die Öffnungszeiten sind ein Instrument der Angebotsdifferenzierung zur Erlangung von mehr Marktmacht.

Die Tendenz im Detailhandel ist die, keine Vollzeitpensen mehr anzubieten. So ist es möglich beliebige Teilzeitarbeitskräfte nach Bedarf zu „mobilisieren“. Man könnte zynischerweise behaupten, es werden so auf Kosten der Vollzeitbeschäftigen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Aber was für welche? Prekäre Teilzeitstellen. Für die Arbeitnehmer sind die Auswirkungen von den arbeitsrechtlichen Regelungen abhängig. Es ist z. Bsp. anzumerken, dass die Beschäftigten im Zürcher Detailhandel keinem GAV oder NAV unterstellt sind.

Durch die Flexibilisierung von diesem Bereich der Arbeitswelt, verlieren Tugenden und Wertvorstellungen an Bedeutung z.Bsp. Arbeitsethik. Schon die Natur von Berufen im Öffentlichen Dienst (Polizei, ÖV, Spitäler etc.) gibt unregelmässige Arbeitszeiten vor. Sie sind dazu geschaffen kollektive Grundbedürfnisse zu befriedigen. Diese Angestellte haben aufgrund ihrer Verträge Zulagen, faire Schichtmodelle und vor allem anständige Löhne.
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Vielen Dank für Ihren Beitrag. Da spricht mir jemand gewaltig aus dem Herzen! Wir müssen uns wirklich auch darüber befassen, wie die Wertvorstellungen und Tugenden in Zukunft definiert werden sollen und bitte auch von Wem! Es ist wichtig, dass sich alle (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) daran beteiligen in der Hoffnung, dass wir möglichst faire Lösungen für beide Seiten erreichen.
David Reitz vor 1 Tag Verstoss melden
Na ja - es steht den Kleinen ja frei, ihre Geschäfte dann zu öffnen, wenn die Kunden es wollen. Ich beobachte immer wieder stundenlang untätige Verkaufende. Solche Läden würde gescheiter dann öffnen, wenn die Kundenströme am grössten sind. Neue Rahmenbedingungen setzen halt etwas unternehmerische Phantasie und Innovationsgeist voraus.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP vor etwa 19 Stunden Verstoss melden
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Das Verkaufspersonal verdient extrem wenig und ist jetzt schon gezwungen, abends bis 20 Uhr und auch samstags immer länger zu arbeiten. Oft arbeiten Leute im Verkauf, die nicht einfach die Stelle wechseln können, wenn ihnen die Arbeitszeiten nicht passen, weil sie familiäre Verpflichtungen haben. Gegen den Druck der Arbeitgebenden, auch sonntags oder nachts zu arbeiten, könnten sie sich also nicht wehren. Deshalb lehne ich die totale Liberalisierung der Öffnungszeiten entschieden ab. Berufstätige haben schon heute genügend Möglichkeiten, nach der Arbeit noch einzukaufen (z.B. Coop Pronto Läden in den Bahnhöfen oder bei Tankstellen) - das weiss ich aus eigener Erfahrung. Der Nutzen ist also äusserst gering.
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Ihre Argumentation ist schon etwas arrogant. Sie behaupten, dass das Ganze keinen Nutzen bringt, aber dass die Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden zu Wochenendarbeit zwingen. Damit behaupten Sie implizit, dass Sie besser als die Detailhandelsspezialisten, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten, wissen, was der Kunde will. Sind Sie eine Super-Detailhandelsprofessorin? Ein Detail: Der Begriff Kunde kommt in ihrem ganzen Text nirgends vor, das Konzept von Menschen, die selbst bestimmen, was ihre Präferenzen und Bedürfnisse vor, ist Ihnen offensichtlich sehr fremd ...
Sosi aus Zürich 26. Dezember 2009 Verstoss melden
Sosi
Sie schiessen da auch ein wenig hefitig gengen frau Balmer! Der Detailhandel ist schon längst aufgeteilt, damit die Marktanteile nicht verloren gehen, muss jeder nachziehen, da heisst hat migros offen muss coop auch offen haben, egal ob es einen mehrumsatz bringt oder nicht! darum werden sich die öffnungszeiten nicht am markt und der rentabilität orientieren sondern es geht nur noch darum seine marktanteil zu behalten!
Sehr geehrter Herr Sosi oder Frau Sosi....erklären Sie doch uns bitte mal ihre lebenssituation und zusätzlich warum es ihnen nicht möglich ist, sich bei den jetztigen öffnungszeiten zu versorgen! dass wäre doch interessant, damit man sieht, dass die grosse masse keine möglichkeit hat, sich mit den heutigen öffnungszeiten zu versorgen! oder soll sich der ganze detailhandel auf ihre persönlichen bedürfnisse und präferenzen einstellen, d.h. dass 10'000ende nur auf sie an der kasse warten sollen??? über ihre sachliche begründung würde ich mich sehr freuen!
Hans Jung 28. Dezember 2009 Verstoss melden
@sosi: wieso arrogant? braucht man jetzt ein diplom oder eine professur, um eine politische meinung haben zu dürfen?

ich bin zwar einverstanden, dass die kunden oder konsumentinnen möglichst frei sein sollten, dann einzukaufen, wenn sie das wünschen, aber diese freiheit hat grenzen. wie in anderen bereichen des lebens hört die freiheit des einen (hier der kundinnen und kunden) dort auf, wo die freiheit des anderen (hier der angestellten) zu stark eingeschränkt wird.

aus sicht der angestellten ist für mich klar, dass es keine totale liberalisierung geben sollte. aber auch aus sicht der detailhändler sehe ich nicht ein, was das bringen soll. schliesslich konsumieren die leute nicht plötzlich viel mehr, sie kaufen es nur zu anderen zeiten. und wie hans jung schreibt, müssen alle läden gezwungenermassen nachziehen, sobald einer länger offen hat, was die kleinen läden benachteiligt.
Kathrin Balmer - SP 3. Januar 2010 Verstoss melden
@Kathrin: ich bin mir nicht so sicher, dass liberalisierte Oeffnungszeiten die Kleinen benachteiligt.
In Nordamerika sind es gerade die Kleinen die 7x24h offen haben, nicht die Grossen. Damit erarbeiten sich diese einen Vorteil. Zudem ist es ja nicht zwingend, dass man die Liberaliiserung der Oeffnunsgszeiten bedingungslos macht, ich stelle mir zB. vor, dass man einerseits Normalöffnungszeiten definiert, zu denen keine besonderen Bedingungen gelten, das könnten etwa Mo-Sa 8h-20h sein. Darüber hinaus darf geöffnet werden, wenn dies im Rahmen von Gesamtarbeitsverträgen geregelt wird, oder die Inhaber/innen des Betriebes die Zeiten selber abdecken.
Damit vermeidet man komplizierte gesetzliche Bestimmungen und ermöglicht trotzdem sowohl eine Liberalisierung, zu der schlicht echter Bedarf in der Gesellschaft besteht, als auch die Wahrung berechtigter Interessen der Beschäftigten.
Andreas Burger - SP vor 3 Tagen Verstoss melden
Frau Balmer leistet sich hier einen Seitenhieb gegen sämtliche Kondukteure, Lastwagenchauffeure, Polizisten, Feuerwehrmänner, Kioskverkäufer, Krankenschwestern, Ärzte, Kundendienstmitarbeiter, Bäcker etc. etc. etc.

Frau Balmer, diese Argumentation ist reine Theorie und absolut inkonsequent. Wären Sie auch dafür, dass die (von mir) aufgezählten Personen am Sonntag nicht mehr arbeiten müssen? Diverse Länder zeigen, dass das System der Liberalisierung funktioniert, jedoch muss man dafür die eigenen Angstvorstellungen der "gierigen und totalitären Arbeitgeber" überwinden und die Realität in die Rechnung miteinbeziehen (denn niemand wird den Laden öffnen, wenns nicht rentiert)...

Ich wünschte mir von den Gegnern einer Liberalisierung eine handfeste Argumentation... Ich freue mich darauf!
Maurus Zeier - Vorstand Jungfreisinnige Schweiz Schweiz, jf vor 3 Tagen Verstoss melden
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Das ist ein Thema, dass wirklich einmal angepackt werden muss. Die Ladenöffnungszeiten sind (nicht nur in Zürich) ziemlich mittelalterlich. Es macht doch keinen Sinn einen Laden nur dann offen zu haben, wenn der Grossteil der Bevölkerung am arbeiten ist.

Gerade für Leute die alleine wohnen und Familien, wo beide Elternteile arbeiten, sind die heutigen Öffnungszeiten ein grosses Problem. Sie verhindern jede Flexibilität in der Lebensgestaltung.

Für die Arbeitnehmer bietet eine Liberalisierung auch eine Chance: Es entstehen neue Arbeitsplätze, die von Leuten besetzt werden können, die am Abend besser arbeiten können (oder es sogar wollen) als tagsüber. Ich denke da an zum Beispiel an Studenten.
6 Kommentare
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Ich sehe grundsätzlich kein Problem, denn auch in Zürich hat es einen Abendverkauf, einen Aperto oder einen Migros- oder Coop am Bahnhof.

Dieser kann von Person, die wirklich von Montag bis Sonntag von 08:00 bis 19:00 abends arbeiten, aufgesucht werden.

Nur wegen ein paar Einzelbedürfnissen muss man nicht das ganze System auf den Kopf stellen. Die Leute sollen sich ruhig an gewisse Gegebenheiten anpassen.

Und als weiteres kann ich sagen, dass es für die Leute die am Abend arbeiten wollen, genügend Angebote in Gastronomie oder in Reinigungsfirmen gibt.

Leider führt immer mehr Flexibilisierung, zu immer weniger Vereinbarkeit von Familie und Zusammenleben.

Zum Thema mehr Arbeitsplätze, hat sich in Bern herausgestellt, dass die Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten z.B. bei der Migros zu keinen neuen Stellen geführt hat.
Die Arbeitskräfte fehlen nur an Stosszeiten, und müssen nun an den "ausgedehnten Zeiten "arbeiten.

Marcel Gygax - Kandidiert für den Grossrat Bern, JCVP 19. Dezember 2009 Verstoss melden
Ich bin wie Marcel der Meinung, dass es bereits heute mehr als genügend Gelegenheiten gibt, abends nach 18h irgendwo das nötigste einzukaufen. Meistenst geht es ja in diesen Fällen nicht darum, den gesamten Wocheneinkauf zu machen. In den Städten an den Bahnhöfen gibt es diese Angebote sowieso, und auf dem Land ist an jeder zweiten Ecke eine Tankstelle oder ein Shop, der bis meist 24h ein grosses Lebensmittelangebot hat.
Elisa Schlup 21. Dezember 2009 Verstoss melden
Meiner Meinung nach besteht das Problem nicht nur bei den Läden. Beispiel: Praxiszeiten beim Hausarzt, Schalteröffnungszeiten auf so ziemlich jedem öffentlichem Amt (hier ist es ganz schlimm...) oder Päckchen abholen auf der Post. Der normale Detailhandel geht hier meiner Meinung nach eher schon einen Avantgarde-Weg: Angebot untertags und spezielle Angebote für berufstätige früh morgens oder spät abends (Coop Pronto, etc.). Da könnte sich der service publique so einiges abschauen!
Gabriel Hase 21. Dezember 2009 Verstoss melden
@Gabriel Hase
Bei den öffentlichen Ämtern stimme ich dir zu. Da ist wenig Flexibilität vorhanden. Auch die Banken sind ziemlich unflexibel. 1 oder 2 Stunden mehr wären da drin.

Das Problem der Flexiblität besteht leider darin, dass es in einer vollig flexiblen Arbeitswelt nicht- oder nur schwierig möglich ist, ein Hobby, ein Familienleben oder sonst irgendein Zusammenleben zu haben.

Diese immer flexiblere Welt bedeutet für den Menschen eigentlich nur Stress und immer mehr Druck auf die Arbeitskräfte, der dann nur auf dessen Buckel ausgetragen wird.

Frage dich doch einmal, ob du z.B. im Büro anstatt von 0800 bis 1700, plötzlich von 1200 bis 2100 arbeiten möchtest oder könntest. Würde das deine Beziehung oder Familenleben vertragen?
Marcel Gygax - Kandidiert für den Grossrat Bern, JCVP 21. Dezember 2009 Verstoss melden
@Marcel Gygax
Einverstanden. Aber genau deshalb sollen ja nicht alle Banken, alle Ämter und alle Ärzte auf einmal Schicht von 12.00 bis 21.00 haben, sondern halt nur wies der Detailhandel vormacht gewisse Ausnahmen (Bank pronto oder kaum vorstellbar: Amt pronto). Ich denke einen gewissen Prozentsatz an flexiblen Arbeitskräften (z.B. ohne Familie) wird es bestimmt ohnehin schon geben. Wenn man solche Schichten dann noch mit Vorteilen auf die Möglichkeit einer Teilzeitanstellung bestückt, macht man gewisse Arbeitnehmer erst noch glücklicher.
Gabriel Hase 21. Dezember 2009 Verstoss melden
Es ist eine Tatsache: Die Öffnungszeiten der meisten Läden und Ämter gehen völlig am Bedürfnis der Mehrheit vorbei, was sich im Alltag in grotesken Wellenbewegungen bei der Nachfrage offenbart (entweder ist alles mit gestressten Menschen überfüllt oder es herrscht Flaute). Ich bin überzeugt, dass es deswegen von beiden Seiten (Kunden und Angestellte) eine Bereitschaft zu flexibleren Arbeitszeitmodellen gibt. Gleichzeitig denke ich aber auch, dass es über alle Berufsgruppen hinweg immer Menschen geben wird, die lieber die bisherige Arbeitszeit vorziehen, und aber andere, die froh um ein alternatives Modell sind. Ich denke diese unterschiedlichen Interessen würden sich qualitativ und quantitativ bestens ergänzen, um die eingangs erwähnten Wellenbewegungen etwas abzuschwächen und so den Alltagsstress etwas zu lindern. Sofern also die gesetzlichen Grundlagen uns den nötigen Spielraum einräumen, ist hier also vorallem etwas mehr Bereitschaft seitens der Arbeitgeber gefragt.
Robert S 27. März 2010 Verstoss melden
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