Aus für 24-Stunden-Tankstellenshops!
Nach Ansicht der Richter in Lausanne kann die Mehrheit der Bevölkerung auf Einkäufe nachts zwischen ein und fünf Uhr verzichten, ohne dies als grossen Mangel zu empfinden.
Mit seinem Entscheid hat das Bundesgericht die Beschwerde von drei BP-Tankstellen abgewiesen. Insgesamt führen sieben Tankstellen von BP, Shell und Esso im Raum Zürich, Winterthur und beim Flughafen seit über zehn Jahren ihre Shops im 24-Stunden-Betrieb, was von den Behörden lange toleriert wurde.
Zulässig ist laut dem Urteil aus Lausanne auch weiterhin die durchgehende Öffnung der Tankstellen selber sowie der angegliederten Bistro-Betriebe.
In seinem Entscheid hält das Gericht fest, dass Nachtarbeit nur erlaubt werden kann, wenn sie «unentbehrlich» ist. Das sei bei Tankstellenshops nicht der Fall.
Was meinen Sie zur Bundesgerichtsentscheidung?
Quelle:
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Aus-fuer-24StundenTankstellenshops-Widerspricht-dem-Menschenverstand/story/15482021
Administrator, vor 3 Tagen
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Ja zur vollständigen Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, wenn die Arbeitnehmer dabei nicht zu kurz kommen.
Eine vollständige Liberalisierung kann eigentlich nur Vorteile bringen:
Es werden nicht plötzlich alle Läden am Wochenende und die Nacht hindurch geöffnet sein, weil sich das gar nicht lohnt. Es wird vielmehr so sein, dass es einige wenige Läden geben wird, welche rund um die Uhr öffnen, um spezielle Kundschaft zu bedienen, die darauf angewiesen ist, z.B. Polizei oder Rettungssanitäter mit Nachtschicht.
Auf der anderen Seite werden Läden ihre Öffnungszeiten nicht ausdehnen, wenn sich das nicht lohnt. Es wird eine Verschiebung hin zu kundenfreundlicheren Öffnungszeiten geben.
Zwar kann man nicht mehr ausgeben, als man verdient aber mancher Franken wird eben gar nicht ausgegeben, oder für eine zeitunabhängige Bestellung im Internet, wenn der Laden zum falschen Zeitpunkt geschlossen ist. Es könnte daher durchaus auch zu absoluten Mehreinnahmen des Handels führen.
Auf der anderen Seite sollte man sich flankierende Massnahmen überlegen, um den Ansprüchen der Arbeitnehmer gerecht zu werden, wenn man nicht riskieren will, dass diese durch die Liberalisierung verlieren. Bereits heute wird Nacht- und Sonntagsarbeit besser vergütet, auch die Arbeitnehmer können daher profitieren. Es gibt bereits Limiten für die Dauer eines Arbeitseinsatzes und Vorschriften für Freitage. Ausgedehnte Ladenöffnungszeiten ermöglichen unter Umständen auch Personen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, die zu den normalen Zeiten nicht einsetzbar wären. Wichtig ist allerdings, dass die Arbeitgeber auf die Umstände ihrer Angestellten Rücksicht nehmen und die Arbeitnehmer bei der Planung der Arbeitseinsätze mitbestimmen können.
Ich bin der Meinung, die Vorteile überwiegen. Man sollte die Liberalisierung einführen, diese aber gut beobachten und einschreiten, wenn es zu sehr zu Ungunsten der Arbeitnehmer geht. Solche Beschränkungen sollte man aber nach Bedarf einführen und nicht bereits präventiv im Voraus.
Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten, 20. März 2010
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Ich bin gegen die verlägerten Öffnungszeiten! Lesen Sie, warum ich so denke.
Nun ist es soweit. Die Motion für längere Ladenöffnungszeiten wurde vom Kantonsrat SG angenommen.
Mit dieser Liberalisierung dürfen jene, die wollen, weiterhin einmal pro Woche einen Abendverkauf bis 21:00 Uhr durchführen und am Samstag bleibt es beim Ladenschluss 17:00 Uhr, statt wie vorgesehen 18:00 Uhr.
Die Änderung betrifft die Öffnungszeiten bis 20:00 Uhr für die Wochentage.
Es hat sich nun im nachhinein herausgestellt, dass nicht nur die Gewerkschaften und Kirchenvertreter gegen längere Öffnungszeiten sind, sondern auch viele von uns „Gewerblern“.
Vor der 2. Lesung im Februar wird nun doch noch eine Umfrage unter den einzelnen Gewerbevereinen gestartet. Da ein Grossteil der Gewerbevereinsmitglieder keinen Einzelhandel treibt und sich deshalb nicht für die Öffnungszeiten interessiert, finden wir es wichtig, Ihnen die Nachteile der längeren Landenöffnungszeiten aufzuzeigen. Damit Sie sich bei der „Umfrage Ladenöffnungszeiten“ von der Geschäftsstelle GEWERBE ST. GALLEN gegen die Ausweitung der Bandbreite der Öffnungszeiten aussprechen.
Nachteile und Gefahren:
1. Gefährdung der Innenstädte und Dorfkerne sowie der ausgewogenen Branchenstruktur: Die ausgedehnten Öffnungszeiten gehen zu Gunsten von grossflächigen Betriebstypen mit niedrigem Beratungsaufwand. (Grossverteiler & Discounter)
2. Kostenexplosion für Mittelständische-, Klein- und Familienbetriebe: Längere Öffnungszeiten führen für diese Betriebsgattungen mit hohem Beratungsaufwand zu spürbar höheren Kosten, bei von uns erwarteten gleichbleibenden Umsätzen. Arbeitszeiten zu unattraktiven Zeiten müssen zu teuer bezahlt werden oder die Arbeitgeber finden kein genug qualifiziertes Personal. Dies haben Erfahrungen an verschiedenen Orten wie der Bahnhofstrasse in Zürich gezeigt, wo die Fachgeschäfte wieder um spätestens 19:00 Uhr schliessen.
3. Kaum individueller Spielraum für die Öffnungszeiten für mittelständische Detailhändler, da bei Nichtbeteiligung ein Verlust von Umsatz- und Marktanteilen droht. Zudem müssen sich die Kleinbetriebe in Einkaufszentren an deren Öffnungszeiten halten, die vom Management vorgegeben werden.
4. Zusätzliche Belastung für Inhabergeführte Betriebe und deren Familienangehörigen sowie des Personals. Eine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten ist familien- und gesellschaftsfeindlich. Die Unternehmer und deren Familien unterliegen einem wettbewerbsdedingten Zwang zur Selbstausbeutung. Für das Personal und die Inhaber wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwert.
5. Gefahr des Verlusts von Arbeits- und Ausbildungsplätzen durch eine rascheren Konzentrationsprozess: Im Kleingewerbe ist die Personalintensität fast 9 mal höher als bei Discountern und Selbstbedienungsgeschäften.
6. Unübersichtliche Öffnungszeiten: Anbieter und Nachfrager brauchen klare Regelungen der Öffnungszeiten, damit sich die Kunden orientieren können. Es muss verhindert werden, dass man von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedliche Öffnungszeiten hat und somit der Einkaufstourismus gefördert wird. Mit den alten Öffnungszeiten war genügen Spielraum gegeben.
Fazit: Die Ausweitung der Öffnungszeiten bringt gesamtwirtschaftlich nichts. Der Konsument hat trotz längeren Öffnungszeiten kein grösseres Budget. Es entstehen keine neuen Arbeitsplätze, weil die schlecht frequentierten Randzeiten mit einem Minimum an Personal besetzt werden, da sich diese Zeiten für die Arbeitgeber nicht rechnen. Kleinst- und Mittelbetriebe können kein zusätzliches Personal einstellen, da sich kein genügender Umsatzanstieg generieren lässt. Somit müssen hauptsächlich die Inhaber mehr unbezahlte Stunden leisten sowie das Personal mit unattraktiven Zeiteneinteilungen leben.
Aus diesen Gründen bringen die längeren Öffnungszeiten gar nichts für den Detailhandel. Im Gegenteil, es führ zur Versteppung der Dorfkerne und zur übermässigen Stärkung der Einkaufszentren auf der „grünen“ Wiese!
Wir bitten Sie zu beachten, dass kaum ein Grossverteiler oder Discounter dem Gewerbe St. Gallen angeschlossen ist. Nur diese werden aber von der Annahme der Motion profitieren!
Wir bitten Sie, all diese Punkte für Ihren Entscheid bei der „Umfrage Ladenöffnungszeiten“ der Geschäftsstelle Gewerbe St. Gallen zu beachten.
Mit freundlichen Grüssen
Hans Jung, 23. Dezember 2009
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Die Öffnungszeiten sind ein Instrument der Angebotsdifferenzierung zur Erlangung von mehr Marktmacht. Kleinere Geschäfte werden aus dem Markt verdrängt.
Nur grosse Warenhäuser oder Ketten können und wollen eine solche Kapazität, die sich aus einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ergibt, ausschöpfen. Nur sie profitieren in der Folge von Nachfrageverschiebungen. Kleinere Geschäfte, die diese Möglichkeit nicht in Anspruch nehmen können, werden aus dem Markt verdrängt.
Ob die Unternehmen von einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten profitieren können, hängt in erster Linie davon ab, ob die Kostensteigerungen durch die Erhöhung der Personal- und Betriebskosten an anderer Stelle eingespart oder durch eine Erhöhung des Umsatzes kompensiert werden können. Wo, wenn nicht beim Personal oder bei den Produzenten sollte gespart werden können? Gemäss der Seco Studie über die Volkswirtschaftlichen Auswirkungen flexibler Ladenöffnungszeiten ist nur mit einer schwachen Umsatzsteigerung zu rechnen.
Was viele Konsument-/innen nicht wissen ist, dass die Läden im Raum Zürich bereits heute bis 23Uhr öffnen können. Bei einer Total-Liberalisierung muss man allfällige Preiserhöhungen ins Auge fassen. Die Öffnungszeiten sind ein Instrument der Angebotsdifferenzierung zur Erlangung von mehr Marktmacht.
Die Tendenz im Detailhandel ist die, keine Vollzeitpensen mehr anzubieten. So ist es möglich beliebige Teilzeitarbeitskräfte nach Bedarf zu „mobilisieren“. Man könnte zynischerweise behaupten, es werden so auf Kosten der Vollzeitbeschäftigen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Aber was für welche? Prekäre Teilzeitstellen. Für die Arbeitnehmer sind die Auswirkungen von den arbeitsrechtlichen Regelungen abhängig. Es ist z. Bsp. anzumerken, dass die Beschäftigten im Zürcher Detailhandel keinem GAV oder NAV unterstellt sind.
Durch die Flexibilisierung von diesem Bereich der Arbeitswelt, verlieren Tugenden und Wertvorstellungen an Bedeutung z.Bsp. Arbeitsethik. Schon die Natur von Berufen im Öffentlichen Dienst (Polizei, ÖV, Spitäler etc.) gibt unregelmässige Arbeitszeiten vor. Sie sind dazu geschaffen kollektive Grundbedürfnisse zu befriedigen. Diese Angestellte haben aufgrund ihrer Verträge Zulagen, faire Schichtmodelle und vor allem anständige Löhne.
Parteilos, 21. Dezember 2009
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Die totale Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten schadet dem Personal und nützt den Konsumentinnen und Konsumenten wenig.
Das Verkaufspersonal verdient extrem wenig und ist jetzt schon gezwungen, abends bis 20 Uhr und auch samstags immer länger zu arbeiten. Oft arbeiten Leute im Verkauf, die nicht einfach die Stelle wechseln können, wenn ihnen die Arbeitszeiten nicht passen, weil sie familiäre Verpflichtungen haben. Gegen den Druck der Arbeitgebenden, auch sonntags oder nachts zu arbeiten, könnten sie sich also nicht wehren. Deshalb lehne ich die totale Liberalisierung der Öffnungszeiten entschieden ab. Berufstätige haben schon heute genügend Möglichkeiten, nach der Arbeit noch einzukaufen (z.B. Coop Pronto Läden in den Bahnhöfen oder bei Tankstellen) - das weiss ich aus eigener Erfahrung. Der Nutzen ist also äusserst gering.
SP, 21. Dezember 2009
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Ich bin ja wirklich kein FDPler, aber die Ladenöffnungszeiten sind ein Problem. Eine Liberalisierung ist gut für Kunden und Arbeitnehmer.
Das ist ein Thema, dass wirklich einmal angepackt werden muss. Die Ladenöffnungszeiten sind (nicht nur in Zürich) ziemlich mittelalterlich. Es macht doch keinen Sinn einen Laden nur dann offen zu haben, wenn der Grossteil der Bevölkerung am arbeiten ist.
Gerade für Leute die alleine wohnen und Familien, wo beide Elternteile arbeiten, sind die heutigen Öffnungszeiten ein grosses Problem. Sie verhindern jede Flexibilität in der Lebensgestaltung.
Für die Arbeitnehmer bietet eine Liberalisierung auch eine Chance: Es entstehen neue Arbeitsplätze, die von Leuten besetzt werden können, die am Abend besser arbeiten können (oder es sogar wollen) als tagsüber. Ich denke da an zum Beispiel an Studenten.
Julian Meier, 18. Dezember 2009
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